Wir haben den neuen Raspberry Pi 3 einer Reihe von Benchmarks und Alltagstests unterzogen, um zu sehen, wie er sich im Vergleich zu seinem Vorgänger schlägt.

Das 35-Dollar-Board wird von einem Smartphone-Prozessor angetrieben, der 10 Mal schneller ist als der des Pi 1 und etwa 50 Prozent besser als der des Pi 2.

Wie sieht es mit der behaupteten Leistungsdominanz aus? Wir haben den Raspberry Pi 3 mit dem Raspberry Pi 2 in einer Reihe von Benchmarks und Alltagsaufgaben verglichen, um zu sehen, wie er abschneidet.

Die Zeit, die jedes Board benötigte, um die 1,3 GB große Raspbian Jessie img-Datei aus dem Download-Bereich von raspberrypi.org herunterzuladen. Der Pi 3 benötigte für das Herunterladen der Datei über W-LAN ungefähr die gleiche Zeit wie über Ethernet. Die Downloads wurden über eine Verbindung durchgeführt, die in der Lage ist, Dateien mit bis zu 39Mbps herunterzuladen. Außerdem wird gezeigt, wie lange es dauerte, die Raspbian-img-Datei vom microSD-Speicher des Pi auf einen angeschlossenen 16-GB-USB-Stick zu übertragen. Der Pi 3 bietet außerdem die Möglichkeit, direkt von einem USB- oder Netzwerkspeicher zu booten, ohne dass Boot-Informationen auf der microSD-Karte benötigt werden.

Die Bootzeit der beiden Boards war mit 19 Sekunden ziemlich identisch.

Das Kompilieren von Code in ein ausführbares Programm ist zwar für die meisten Menschen keine alltägliche Tätigkeit, aber der Pi soll Menschen helfen, den Umgang mit Computern zu erlernen. Hier sehen Sie, wie lange es dauerte, den Quake III Code aus diesem GitHub Repo zu erstellen.

Hardware-Verbesserungen vom Pi 2 zum Pi 3

Bessere CPU

Der Pi 3 basiert auf einem 64-Bit-Prozessor, verglichen mit der 32-Bit-CPU des Pi 2. Der Prozessor des Pi 3 basiert auf einer neueren Architektur, dem ARM Cortex A53, als der Prozessor des Pi 2, der auf dem ARM Cortex A7 Kern basiert. Diese neuere Architektur ist in der Lage, mehr Arbeit pro Prozessorzyklus zu verrichten. Die CPU des Pi 3 ist wie die des Pi 2 ein Quad-Core-Prozessor, der jedoch mit 1,2 GHz getaktet ist und damit etwa 300 MHz schneller ist als der des Pi 2.

Bessere Grafik

Der Pi 3 verwendet denselben VideoCore IV-Multimediaprozessor wie der Pi 2, ist aber mit 400 MHz getaktet und damit schneller als der 250-MHz-Prozessor des Pi 2.

Zusätzliche Wi-Fi- und Bluetooth-Unterstützung

Der Pi 3 bietet Unterstützung für 802.11n Wi-Fi und Bluetooth 4.1.

Verwenden Sie den Pi als Heim-PC

Wie der Miterfinder des Boards, Eben Upton, betonte, eignet sich der Raspberry Pi 3 besser als sein Vorgänger für den Einsatz als Allzweck-Heimcomputer.

Das offizielle Raspbian-Betriebssystem des Pi funktioniert mit dem Pi 3 und machte die Einrichtung der Wi-Fi-Verbindung des Pi 3 einfach. Mein Netzwerk wurde sofort gefunden, und um eine Verbindung herzustellen, musste ich nur auf das Wi-Fi-Symbol in der oberen rechten Ecke klicken und das Passwort eingeben. Die Signalstärke schien gut zu sein – das Board empfing überall in einem zweistöckigen Haus ein Signal.

Beim Navigieren auf dem Desktop ist kaum eine Verzögerung festzustellen. Selbst das gleichzeitige Öffnen von Browser, E-Mail, LibreOffice Writer, einer IDE, Minecraft Pi und Mathematica verursachte kaum eine merkliche Verlangsamung, und ich konnte mit Alt-Tab sofort zwischen laufenden Anwendungen wechseln.

Allerdings gibt es natürlich immer noch Einschränkungen bei den Möglichkeiten, die ein 35-Dollar-Computer bietet. Der standardmäßige Epiphany-Webbrowser ist zwar sehr komfortabel und relativ schnell zu bedienen, hat aber bei der Anzeige von Seiten mehr Mühe als ein typischer moderner Laptop. Bei umfangreichen Seiten mit vielen Inhalten dauerte das Laden von Skripten merklich länger, und die Seiten konnten nicht schnell genug gerendert werden, um mit einem schnellen Bildlauf Schritt zu halten.

Die Videowiedergabe auf YouTube bei 720p ist auf beiden Geräten ruckelig – die Bildrate scheint weit genug unter 30 FPS zu liegen, um auffällig zu sein. Allerdings ist die YouTube-Wiedergabe offenbar flüssiger, wenn man eine andere Software als den standardmäßigen Epiphany-Browser von Raspbian verwendet – es scheint sich also nicht um ein Hardwareproblem zu handeln. Die Raspberry Pi Foundation sagt auch, dass die Verbesserung des Videoprozessors des Pi 3 es ermöglicht, 1080p-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde wiederzugeben.

Wenn man sich darauf einstellt, hier und da etwas langsamer zu arbeiten – was angesichts des Preises des Boards durchaus zu erwarten ist -, ist dies ein Gerät, mit dem man bequem Dokumente schreiben und E-Mails versenden kann. Auch das Surfen im Internet ist durchaus akzeptabel, auch wenn das Warten auf den Inhalt beim Scrollen von Seiten und beim Besuch von JavaScript-lastigen Websites nach einer Weile zu nerven beginnen könnte.

Natürlich soll der Pi die Menschen dazu ermutigen, die Funktionsweise von Computerhardware und -software zu erlernen, und dafür ist das Standard-Betriebssystem Raspbian gut ausgestattet – einschließlich IDEs für die Programmiersprachen Python und Java sowie für das einfache Zusammensetzen von Internet-of-Things-Geräten mit Node.js. Für Anfänger gibt es das Drag-and-Drop-Coding-Tool Scratch, das eine einfache Einführung in Programmierkonzepte wie die Zuweisung von Werten an Variablen und den Kontrollfluss bietet.

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